Arbeitende Kinder im 19. und 20. Jahrhundert – Forum Schweizer Geschichte

Podiumsdiskussion am 31.5.2024

https://www.forumschwyz.ch/de/veranstaltung/fursorge-und-zwang-zwischen-expertenwissen-und-betroffenheit-28672

Podiumsdiskussionen in der i de Fabrik Schwyz

Der Verein «Haus der anderen Schweiz» organisiert zwei Podiumsdiskussionen, welche in der i de Fabrik in Schwyz durchgeführt werden. Im Forum Schweizer Geschichte Schwyz läuft aktuell die Ausstellung über «Arbeitende Kinder im 19. und 20. Jahrhundert» und die Podiumsdiskussionen können das Rahmenprogramm etwas bereichern und hoffentlich Diskussionen zur Ausstellung und zur Thematik der fürsorgerischen Zwangsmassnahmen und Fremdplatzierungen anregen und fördern.

«Empfehlungen UEK – NFP76» – Freitag, 31.Mai 2024

Die Unabhängige Expertenkommission für Fürsorgerische Zwangsmassnahmen, bzw. administrative Versorgung (UEK) legte 2019 dem Bundesrat ihren Schlussbericht mit Handlungsempfehlungen vor. Die Empfehlungen sind für Betroffene wichtig und auch eine Notwendigkeit, aber es gibt unterschiedliche Gedanken und Meinungen hierzu.

Gewisse Punkte in den Empfehlungen wurden umgesetzt, wie z.B. die Aufhebung der Anmeldefrist in Zusammenhang mit dem Solidaritätsbeitrag für Betroffene. Aber sonst ist wenig passiert, was in der Zwischenzeit zu Verwirrung und Enttäuschung bei Betroffenen führte.

Der Bund und auch viele Kantone haben bisher bedauerlicherweise auch nicht den Dialog mit Betroffenen gesucht. Anfang März sind zudem die Ergebnisse des Nationalen Forschungsprogramms «Fürsorge und Zwang» (NFP 76) zu den Wirkmechanismen von Fürsorge und Zwang in Geschichte, Gegenwart und Zukunft in drei Bänden erschienen. Das NFP 76 lieferte nach fünf Jahren intensiver und interdisziplinärer Forschung vielschichtige Erkenntnisse, die Schnittstellen und Berührungspunkte zur Arbeit der UEK aufzeigen.

Das Podiumsgespräch möchte die Debatte zu den Empfehlungen anstossen. Welche Schritte müssen für die Umsetzung der UEK-Empfehlungen folgen? Wie kann der Bund den Dialog mit Betroffenen verbessern? Welche Rolle spielen die Ergebnisse des NFP76 und wie können diese zur erfolgreichen Umsetzung unterstützt werden? Und wie können möglicherweise öffentliche Medien in diesem Prozess mitwirken und mithelfen?

Podiumsteilnehmende

Dr. Dr. h.c. Markus Notter, a. Regierungsrat und ehemaliger Kommissionspräsident UEK
Prof. Dr. em. Annegret Wigger, Institut für Soziale Arbeit, OST – Ostschweizer Fachhochschule, Leitungsgruppe NFP76
Phil Ruch-Leon, Vereinspräsident Netzwerk Verdingt und Vertretung GLP Zürich
Yves Demuth, Beobachter-Redaktor und Historiker, Autor des Buchs “ Schweizer Zwangsarbeiterinnen“
Christian Tschannen, Betroffener, Vorstand «Haus der anderen Schweiz» und Kunstschaffender

Moderation

Dr. Matthias Ruoss, PD – Universität Fribourg

Kurzlesung

C. A. Loosli in Wort und Ton von Hannes Boss

Hinweis

Die Besucherinnen und Besuchern des Podiums haben am Freitag, 31. Mai 2024 ab 15.00 Uhr freien Eintritt in die Ausstellung «Arbeitende Kinder im 19. und 20. Jahrhundert» im Forum Schweizer Geschichte Schwyz – wir bitten um Reservation. Die Ausstellung bleibt zudem bis 17.30 Uhr geöffnet. Alle, die gerne gemeinsam zu Fuss (ca. 10 Minuten) zum Podiumsgespräch gehen möchten, treffen sich um 17.30 Uhr vor dem Eingang des Museums.

Veranstaltungsort: i de Fabrik in Schwyz, Laubstrasse 4, 6430 Schwyz Türöffnung ab 17:30 Uhr.

60 Sitzplätze stehen zu Verfügung.

Reservation: https://www.forumschwyz.ch/de/veranstaltung/fursorge-und-zwang-zwischen-expertenwissenund-betroffenheit-28672

Forum Schweizer Geschichte Schwyz («Arbeitende Kinder im 19. und 20. Jahrhundert»): www.forumschwyz.ch/arbeitendekinder

i de Fabrik Schwyz: i-de-fabrik.ch

Weitere Links:
Carl Albert Loosli Gesellschaft: www.carl-albert-loosli.ch/wp17/
Nationales Forschungsprogramm «Fürsorge und Zwang – Geschichte, Gegenwart, Zukunft» (NFP76): www.nfp76.ch
Unabhängige Expertenkommission (UEK): https://www.uek-administrative-versorgungen.ch/ startseite
UEK Empfehlungen (DE): https://www.uek-administrative-versorgungen.ch/resources/ Empfehlungen_UEK_DE_201909021.pdf
UEK Schlussbericht: https://www.uek-administrative-versorgungen.ch/forschung/ schlussbericht?filter=0

Nächstes Podiumsgespräch – Freitag, 20. September 2024 «Trauma – Langzeitfolgen für Betroffene und Gesellschaft» Informationen folgen. … 

Heuen, Vieh hüten, Torf stechen, klöppeln und spulen – Kinder unterstützten ihre Familien schon immer bei verschiedenen Tätigkeiten, besonders in der Landwirtschaft. Mit dem Aufkommen der Industrie wurden Kinder vor allem in den Textilfabriken als billige Arbeitskräfte ausgebeutet, auch in der Schweiz. Sie arbeiteten viele Stunden, übernahmen gefährliche sowie gesundheitsschädigende Aufgaben und durften oft nicht in die Schule. Erst mit der Einführung des obligatorischen Schulunterrichts 1874 und der Annahme des Eidgenössischen Fabrikgesetzes 1877 wurde Schulbildung ein Grundrecht und die Arbeit von Kindern unter 14 Jahren in der Schweiz verboten.


Ausstellung 24.02. bis 27.10.2024

Die Ausstellung zeigt die vielen Aspekte der damaligen Arbeit von Kindern und erklärt, wie die Kinderrechte in der Schweiz reguliert wurden. Ein besonderes Augenmerk legt die Ausstellung auf die Verhältnisse in der Zentralschweiz.

https://www.forumschwyz.ch/arbeitendekinder

Vernissage


Vergangene Veranstaltungen:

26. Mai 2023, Zeichen der Erinnerung (ZEDER)

Freitag, 18.30 Uhr | Kirchgemeindehaus Bümpliz 
Zeichen der Erinnerung: Szenische Lesung, Podiumsgespräch und Apéro 
Zusammen mit Betroffenen wird in Bümpliz ein Zeichen gesetzt, das erinnern soll an die Zeit fürsorgerischer Zwangsmassnahmen und Fremdplatzierungen durch Kirche und Staat. Lesung: Heinz Kräuchi; Musik: Stephan Urwyler Podiumsgäste: Uschi Waser, Vertreterin Betroffene; Heinz Kräuchi, Vertreter Betroffene; Ursula Marti, Grossrätin und Synodalrätin der reformierten Kirchen Bern-Jura-Solothurn; Tanja Rietmann, Historikerin; Kathrin Kummer, Ombudsstelle für Alters-, Betreuungs- und Heimfragen; Moderation: Susanne Berger, Pfarrerin Eintritt frei, Kollekte zugunsten Verein «Haus der anderen Schweiz»


 Webseite  

Text erschienen in: Reformiert. Mai 2023

«Zeichen der Erinnerung» (ZEDER)

In enger Zusammenarbeit mit Gemeinden, Schulbehörden, kirchlichen Organisationen und im Dialog mit Betroffenen und Opfern erinnert der Kanton Bern an die Zeit fürsorgerischer Zwangsmassnahmen und Fremdplatzierungen und stösst die Beschäftigung mit einem schwierigen Kapitel der jüngeren Schweizer Geschichte an. Die Aktivitäten zum Berner «Zeichen der Erinnerung» (ZEDER) dauern vom 25. Mai bis 8. Juni 2023. Bei ZEDER soll es nicht darum gehen, Schuld zuzuweisen. Ziel ist es, mit emotionaler Ansprache den Nährboden für Aufklärung zu stärken, Anteil am Schicksal von Betroffenen und Opfern zu ermöglichen und Wege zur Aufarbeitung aufzuzeigen. 

Die Kirchgemeinde Bümpliz setzt mit den Partnerorganisationen Verein/Projekt «Haus der anderen Schweiz», der Stiftung B, der Carl Albert Loosli Gesellschaft, der Zweigstelle Bümpliz der Kornhausbibliotheken sowie mit Heinz Kräuchi, einem Betroffenen der «Grube» in Niederwangen, ihr Zeichen.

Am 26. Mai, ab 18.30 Uhr, sind Sie herzlich ins Kirchgemeindehaus Bümpliz eingeladen. Es erwarten Sie eine szenische Lesung mit Heinz Kräuchi, Wort und Stephan Urwyler, Musik. Im anschliessenden Podiumsgespräch geht es um die Erfahrungen Betroffener, einen Einblick in das Geschehene und um ein Zeichen gegen das Vergessen. An diesem Podium nehmen teil: Uschi Waser und Heinz Kräuchi, Vertreterin und Vertreter der Betroffenen, Dr. Kathrin Kummer, Leiterin der Bernischen Ombudsstelle für Alters-, Betreuungs- und Heimfragen, Ursula Marti, Grossrätin und Synodalrätin der reformierten Kirchen Bern-Jura-Solothurn, Dr. Tanja Rietmann, Historikerin. Das Podiumsgespräch leitet Pfrn. Susanne Berger. Nach dem Podiumsgespräch gibt es bei einem Apéro die Gelegenheit zum individuellen Gespräch.

Am Anlass vom 26. Mai lanciert die Kirchgemeinde Bümpliz das «Zeichen der Hoffnung»: Alle sind eingeladen, Wünsche und Gedanken für die Betroffenen von fürsorgerischen Massnahmen auf Stoffstreifen festzuhalten. Diese Stoffstreifen werden in der folgenden Zeit an einer Leine über dem Kirchenareal hängen und alle, die vorbeikommen, dürfen gern weitere Stoffstreifen beschriften und das «Zeichen der Hoffnung» weiterentwickeln.

Begleitend dazu finden Sie im Gelände des Generationenparks Themenplakate, gestaltet vom bekannten Berner Grafiker Claude Kuhn mit einzelnen Biografien, verbunden mit Fragen nach der Zukunft. Die Kirchgemeinde Bümpliz stellt Ihnen einen Flyer mit einem Plan und weiteren Erläuterungen zur Verfügung.

Die Kornhausbibliotheken, Quartierbibliothek Bümpliz im Bienzgut richtet eine PC-Station ein, wo Sie die Möglichkeit haben, Kurzfilme zur Thematik «Zeichen der Erinnerung» abzurufen. 

Ein bleibendes ZEDER setzen die Kirchgemeinde und die Partnerorganisationen mit der Erinnerungstafel, ebenfalls von Claude Kuhn gestaltet, die im Umfeld des Generationenparks platziert wird und Anlass für einen generationenübergreifenden Dialog bietet.